Esel-Kutschenfahrt auf den Spuren der alten Pferde-Eisenbahn

 

Am 1. August folgten 12 Eselmenschen mit ihren Eseln der Einladung von Karl Eichler, sich ins schöne Gallneukirchen zu begeben. Wir konnten unsere Esel am Abend in die zur Verfügung gestellten Weiden eines Reitstalles bringen. Für viele der dort untergebrachten Pferde war der Anblick unserer Esel etwas befremdend. Nachdem wir Tiere, Kutschen und Fahrzeuge versorgt hatten, kümmerten wir uns um uns selber, und ließen uns von Christa und Karl Eichler zu einem wunderbaren Abendessen in ihrem liebevoll gestalteten Garten einladen. Am nächsten Tag begannen wir emsig unsere Esel anzuschirren, unser Gepäck auf die Kutschen zu packen und in einen wunderbaren sonnigen Samstag zu starten. Unser Tagesziel war die 25 km entfernte ehemalige Pferdestation in Lest. Am Vormittag ging es immer leicht bergab, unsere Tiere mussten sich kaum in die Riemen legen, wenn da nicht die falsch genommene Abzweigung gewesen wäre…

Wir befanden uns plötzlich mitten im Hochwald, hatten keine Wendemöglichkeit und einen Bach vor uns.

An dieser Stelle zeigten unsere Esel tatsächlich was es heißt, eine Eselsgeduld zu haben. Diese ungeplante Bachüberquerung meisterten alle Esel (manche auch mit etwas „Hilfe“) bravourös. Nun ging es wieder entlang der ehemaligen Pferdeeisenbahntrasse über Brücken, im Schatten von mächtigen Bäumen und entlang von wogenden Wiesen. Die Mittagsrast hielten wir bei einer ehemaligen Pferdeeisenbahnstation, wobei sich wieder einmal zeigte, wie ruhig und gelassen unsere Esel waren. Das angenehme Schritttempo, die schöne Natur und die Gespräche unter den Eselfreunden war ein Genuss für alle. Immer wieder kamen wir an Relikten der damals so wichtigen Bahnlinie vorbei. Am Ende des Tages erwartete uns und unseren Eseln noch eine besondere Herausforderung: Die letzten Etappe führte über eine besonders starke Steigung, an der wir auch unseren Eseln helfen mussten, die Kutschen über den Berg zu ziehen. Um 20:00 erreichten wir unser Nachtquartier, den „Lesterhof“, versorgten unsere Esel und genossen einen Abend im Wirtshaus bei allerlei Eselgesprächen. Am Sonntag verabschiedeten Petra und ich die anderen Gespanne Richtung Gallneukirchen, an der Rückfahrt nahmen wir nicht mehr teil.

Vielen Dank der Familie Eichler für die Organisation, ich freue mich schon auf nächstes Jahr, die Pferde-Eisenbahn führte ja bis Budweis…

 

Text: Stephan Zimm