Interessengemeinschaft                                                                                                                                                         Esel

 

Österreichischer                                                                                                                                                                machen

 

Eselfreunde                                                                                                                                                                      glücklich!

Totholzhecken – Zaunersatz,

Knabberspaß

und Umweltschutz - von Heike Wulke

Totholzhecken in der Euqidenhaltung gehören

mittlerweile zum guten Ton, was sehr erfreulich

ist. Ob als Einzäunung, Sichtschutz, Windschutz,

Knabberspaß - die Gründe für die Schaffung

von Totholzhecken sind so vielfältig wie der Nutzen.

Ungiftige Hölzer gehören in der Esel- und Mulihaltung

zu den Grundfuttermitteln und sollten immer

angeboten werden. Die Äste können sowohl lose auf

dem Grundstück als auch aufgesetzt als Hecke angeboten

werden. Jeder hat so seine eigenen Ideen. Wir

selbst bieten Äste in erster Linie lose verteilt über das

Grundstück an. Haben die Esel an den frischen Ästen

erst einmal alles Wohlschmeckende angeknabbert,

werden sie für die Totholzecken weiterverwendet. Im

Moment lassen wir 2 solcher Hecken „wachsen“. Beide

dienen in erster Linie als Windschutz um unseren

Strohstand. Sowohl abgeknabberte als auch frische

Äste werden hier aufeinander gestapelt.

Haben sie eine für unsere Zwergesel sichere Höhe erreicht,

sind sie für die Esel frei zugängig und ersetzen

an diesen Stellen den Stromzaun. Dann können die Esel

daran knabbern oder sich auch daran schubbern, wie

es ihnen beliebt. Andere benutzen diese Totholzecken

auch als Knabberschutz für Bäume, was ggf. sinnvoller

und sicherer für die Esel ist als Maschendraht oder separates

Einzäunen. Bei der Gestaltung eines abwechslungsreichen

Auslaufes können Totholzhecken auch als

„Raumteiler“ fungieren. Freistehend als Einzäunung dienend

sollten die Hecken im Aufbau recht stabil sein und

regelmäßig kontrolliert werden. Wir haben dazu aus dickeren

Ästen Pfosten in die Erde gebracht, die beidseitig

als Rahmen dienen und diese miteinander verbunden.

Hier hinein werden nun die Äste geschichtet. Löcher,

die durch den „Zahn der Zeit“ entstehen, oder wo die

Esel einzelne Äste herausziehen, werden mit frischen

Ästen gestopft. Somit ist nicht nur für Beschäftigung

der Esel und Mulis gesorgt und die Versorgung der Tiere

mit Holz gesichert, sondern wir haben noch einen sehr

nützlichen Nebeneffekt. Diese Totholzhecken bieten

Schutz und Wohnraum für allerhand Kleingetier und

Insekten. Aber auch Vögel, Igel, Siebenschläfer, kleine

Reptilien und auch Wildbienen siedeln sich gern an.

Während das Holz langsam verrottet, entsteht neues

Leben durch Pflanzensamen, welcher durch Wind,

Vögel und Insekten abgelagert wird. Beim Anlegen

von solchen Totholzhecken ist jedoch auch einiges zu

beachten: Aus dem Schnitt heraus austreibende und

dominante Pflanzen, wie z.B. die Brombeere sollte

vermieden werden, wenn man keinen unkontrollierbaren

Wildwuchs haben möchte. Auf sehr nährstoffreichen

Böden können sich dominante Hochstauden,

wie die Goldrute oder Brennnessel ansiedeln,

die durch ihr schnelles Wachstum andere Pflanzen

verdrängen. Diese sollte man dann regelmäßig kurz

halten. Wer also selbst ausreichend Schnittholz hat

(z.B. Obstgehölze, Haselnuss etc.), kann sich nicht nur

Zäune und Sichtschutz zum Nulltarif bauen und seinen

Tieren einen attraktiven Knabber- und Schubberspaß

bieten, sondern trägt gleichzeitig zum Umweltschutz

bei.