Interessengemeinschaft                                                                                                                                                         Esel

 

Österreichischer                                                                                                                                                                machen

 

Eselfreunde                                                                                                                                                                      glücklich!

Grobes Heu in höchster Qualität
 

Esel stammen aus Regionen, in denen sie mit karger Nahrung auskommen mussten und ihr Verdauungssystem ist dafür ausgelegt. Unter anderem benötigen sie daher rohfaserreiches Raufutter wie grobes Heu.

Grobes Heu ist jedoch nicht gleichbedeutend mit „minderwertigem“ Heu!

Alle Nutztiere benötigen Futterrationen, die schmackhaft sind, frei von Verschmutzungen und geruchlichen Beeinträchtigungen und die einen bedarfsgerechten Nährstoffgehalt aufweisen.

Heu als Raufutter stellt dabei keine Ausnahme dar!

 

Die Qualität des Grundfutters Heu ist von zahlreichen Faktoren, wie dem Pflanzenbestand oder der Erntetechnik abhängig. Einen starken Einfluss hat der Erntezeitpunkt.

 

Die Inhaltsstoffe von Pflanzen ändern sich im Vegetationsverlauf. Junge Gräser sind energie- und nährstoffreich, ein optimales Futter für Milchkühe. Der erste Schnitt in Grünlandgebieten mit Milchviehhaltung erfolgt sehr früh, in Gunstlagen oft bereits Ende April. Großteils wird daraus Silage bereitet.

Als idealer Erntezeitpunkt zum Silieren gilt das „Ähren-/Rispenschieben“ der Gräser. In diesem Vegetationsstadium sind die Ähren oder Rispen bereits sichtbar, aber noch vom letzten Laubblatt umhüllt. Sie drängen seitlich aus dem Blatt heraus.

Für eine Heuwerbung für Esel oder auch Pferde, ist dieses Vegetationsstadium zu früh.

 

Ernte zur Gräserblüte

Die Ernte von Heu für Esel sollte zum Zeitpunkt der Blüte der Leitgräser erfolgen.

Nach dem Ähren-/Rispenschieben beginnen die Gräser mit der Halmbildung. Ein Grashalm muss einen verhältnismäßig schweren Blütenstand tragen und um dafür die notwendige Festigung zu erlangen, werden in den Zellwänden der Halme Zellulose und Lignin eingelagert. Die Gräser „verholzen“. Der Rohfaseranteil steigt, gleichzeitig werden Nährstoffe weniger. Im Heu von spät gemähten Grasbeständen befinden sich mehr Stängel und weniger Blätter, es ist „gröber“.

Dieses ältere Futter ist für Pferde und auch Esel geeignet. In der Rinderhaltung ist das Heu von älteren Gräsern für Tiere mit einem geringen Leistungsbedarf einsetzbar.

 

Aussehen der Gräser zur Blüte

In der Gräserblüte hängen kleine Staubbeutel aus den Blütenährchen seitlich heraus. Die Staubbeutel sind bei einigen Gräsern deutlich gelb oder rot gefärbt.

Die Ähren und Rispen der Gräser spreizen sich in der Blüte auseinander. Gräser sind Windbestäuber. Je luftiger eine Gräserrispe ist, umso leichter werden die Pollen vom Wind vertragen und die Chance auf eine erfolgreiche Fortpflanzung erhöht sich.

Sind die Gräser verblüht, verfärben sich die Staubbeutel und werden meist bräunlich. Die gebildeten Samen fallen aus und die Ähren oder Rispen ziehen sich eng zusammen.

Eine Ernte nach der Samenreife ist ungünstig, da auf solchen Beständen die Blätter und Stängel vermehrt mit Pilzen und Bakterien besetzt werden, die mikrobielle Belastung des Futters steigt.

Ist der Besatz mit Pilzen und Bakterien bereits bei der Ernte hoch, kann der Druck auch am Lager entsprechend hoch ausfallen. Die Heuqualität ist vermindert, wenn das Futter hygienisch nicht einwandfrei ist.

 

Heuqualität selber beurteilen

In Futtermittellabors können Inhaltsstoffe von Futtermitteln exakt bestimmt werden.

Aber auch die eigenen Sinne – riechen, schauen, angreifen - geben Auskunft über die Qualität von Heu.

Riechen und Schauen

Qualitativ hochwertiges Heu soll den typischen aromatischen „Heugeruch“ aufweisen.

Riecht es muffig, deutet das auf Belastung mit Schimmel hin. Ein fauliger Geruch weist auf bakterielle Belastung hin.

Heu sollte auch trocken eine grünliche Farbe aufweisen und nicht völlig ausgeblichen sein.

Weiße oder graue Nester im Heu können Lagerverpilzungen darstellen.

Sind Heupartien dunkelbraun bis schwarz verfärbt und haben einen fauligen Geruch ist das bereits Futterverderb.

Qualitativ hochwertiges Heu ist frei von Verunreinigungen, wie Erde oder Steine, und es staubt nicht. Staubt das Heu stark, deutet das auf eine Verpilzung bei der Lagerung hin, was passiert, wenn das Heu mit einem zu hohen Feuchtegehalt eingelagert wurde.

Ursache für erdige Futterverschmutzung sind meist zu tief eingestellte Ernte- und Heuwerbegeräte. Erdige Futterverschmutzung kann ebenfalls zur Pilzbelastung führen.

Die Schnitthöhe von Grünlandflächen sollte 5 bis 7 cm nicht unterschreiten.

Angreifen

Im Heu für Milchkühe sollten Blätter, Knospen und Blütenstände der Gräser und Kräuter enthalten und erkennbar sein. Das Heu soll sich weich und zart angreifen. Moderne Rinderhalter verfügen vielfach über Heutrocknungsanlagen, die eine schonende, verlustarme Trocknung ermöglichen. Belüftungsgetrocknetes Heu mit einem frühen Schnitttermin eignet sich für Esel weniger gut. Für Esel kann durchaus Heu aus Bodentrocknung verwendet werden. Bei einer Bodentrocknung sind höhere „Bröckelverluste“ unvermeidbar. Die trockenen Blätter werden zerrieben, das Heu enthält mehr Stängel und weniger Blätter. Es greift sich hart an und sticht ein wenig in den Handflächen.

 

DI Martina Löffler, Tel. +43 5 0259 22131, martina.loeffler@lk-noe.at